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Inhaltsverzeichnis


Migration

Migration, d.h. Wanderung von großen Bevölkerungsgruppen ist ein fester Bestandteil geschichtlicher Abläufe. Migrationsbewegungen größeren Stils ereignen sich meist an wichtigen historischen Schnittstellen z.B. nach Kriegen oder strukturellen Veränderungen der Gesellschaft wie z.B. der Industriellen Revolution im 18. und 19. Jahrhundert. Die Beschäftigung mit dem Thema "Migration" führt somit zur Untersuchung zentraler historischer Ereignisse, die für die Gegenwart prägend waren und sind.

1. Die Völkerwanderung im 4. Jahhundert: die europäischen Völker beziehen ihre heutigen Siedlungsräume
2. Die Geschichte der Juden
3. Die Gründung des Staates Israel 1948 und die Immigration nach Israel
4. Die Migrationsbewegungen nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918)
5. Die Migrationsbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945)
6. Die Auswanderung nach USA damals und heute
7. Die Auswanderung der Deutschen nach Russland im 18. und 19 Jahrhundert
8. Deutsche Siedlungsräume auf dem Balkan und deren Aufgabe nach 1918
9. Die Geschichte der Sinti und Roma
10. Die Wanderungsbilanz der Bundesrepublik 1949 bis heute
11. Flüchtlingsbewegungen global
Die Themen sollen jeweils in kompakten längsschnittartigen Darstellungen die Ursachen der Migrationsbwegungen und deren historischen Hintergründe aufzeigen.

Quellen:
www.wikipedia.org Wikipedia
http://www.unhcr.de UN Refugee Agency
http://www.bamf.de/Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
http://www.bpb.de/Bundeszentrale für politische Bildung
http://www.lpb-bw.de/Landeszentrale für politische Bildung
http://www.dhm.de/lemo/home.html Lebendiges Museum Onlien/Deutsches Historisches Museum
http://www.sintiundroma.de/Dokumentations- und Kulturzentrum Deutsche Sinti und Roma
http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/hauptnavigation/startseite ZDF Mediathek
MediaManager/SESAM Desktop-Lokal


1. Einführung:

Unter den Völkerwanderungen im 4 Jahrhundert, besser bekannt als die germanischen Völkerwanderungen versteht man die Wanderung verschiedener aus dem Norden und Osten Europas kommenden Stämme in den Westen und Süden Europas, die das Aussehen Europas erheblich geändert haben, Auslöser hierfür waren das Bevölkerungswachstum der Germanen und die dadurch entstandene Landnot. Begünstigt wurden die Völkerwanderungen zudem durch ungünstige klimatische Bedingungen, die zusätzlich die Ackerbaubedingungen erschwerten. Doch nicht nur die Germanischen Stämme suchten zu dieser Zeit neue Lebensräume, auch aus dem Eurasischen Teil der Erde kommende Stämme wie z.B. die Hunnen, welche die Germanischen Stämme vor sich her schoben, fanden ihren Weg nach Europa. Eines der Hauptmotive für diese Wanderungen, welche bei den meisten Stämmen vorhanden war, war die Abenteuerlust und die Beutegier. Bei den Wanderungen trafen die einzelnen Stämme immer wieder auf römisches Staatsgebiet. Ein Grund weshalb das römische Reich zugrunde ging waren unter anderem die Germanischen Völkerwanderungen in Richtung Süden, welche das Reich schwächten. Zudem kamen noch die Angriffe der Hunnen, sowohl auf das Ost- und Weströmische Reich, welche erheblich zum Niedergang beigetragen haben. Doch gab es auch viele Stämme die sich mit den Römern verbündeten und z.B. die Grenzbewachung des Römischen Reiches übernommen haben, solche Stämme nennt man Föderate.


2. Welche Völker begannen und wann?

Die Völkerwanderung kann man in zwei Teile unterteilen. Angefangen hat die Völkerwanderung ca. um das Jahr 115v.Chr, da wanderten die Stämme der Cimbern und Teutonen die von den Römern niedergeschlagen wurden. In der Zeit von Caesar wanderte ein germanischer Stamm. Die zweite und größere Wanderungswelle, welche ab ca. 350 begann und bis 568 andauerte, wurde durch den Vorstoß der Hunnen nach Europa ausgelöst.


                                              Karte: Wanderungen des zweiten bis fünften Jahrhunderts.

                                              Quelle: German Wikipedia

3. Daten und Fakten der wandernden Völker:

Hunnen:

Beschreibung des Volkes:
Das Wort „Hunnen“ ist ein Sammelbegriff für mehrere Völker mit nomadischer und später Halbnomadischer Lebensweise. Die Hunnen sind auch Auslöser mehrere Wanderungen germanischer Völker. Die Hunnen waren den europäischen Völkern mit ihrer Reittechnik weit überlegen. Berühmter Herrscher der Hunnen war Attila.

Herkunft:
(nicht genau bekannt) Ostasien, Nordosteuropa

Wanderroute:
375/76 n. Chr.: Einfall in Europa (heutige Ukraine), Oströmisches Reich, Einfall in Gallien, Niederlage gegen Römer, Burgundern und Westgoten auf den Katalaunischen Feldern (Gallien). 452: Rückzug nach Italien

Ziel/ späterer Siedlungsraum:
Keinen, Zerfall des Hunnenreiches nach Attilas Tod 453


Jüten:

Beschreibung des Volkes:
Besiedeln zusammen mit den Angeln und Sachsen die britische Insel

Herkunft:
Jütland (Dänemark)

Wanderroute:
Einwanderung nach Großbritannien

Ziel/ späterer Siedlungsraum:
Großbritannien, Süddänemark, Norddeutschland (Schleswig- Holstein)


Angeln:

Beschreibung des Volkes:
Westgermanisches Volk

Herkunft: Schleswig- Holstein

Wanderroute:
Jahrhundert Wanderung nach Thüringen, 3., 4. Jahrhundert Einwanderung nach Großbritannien

Ziel/ späterer Siedlungsraum:
Mitteldeutschland, Großbritannien, Später Verschmelzung mit den Sachen > Angelsachsen


Langobarden:

Beschreibung des Volkes:
Herkunft des Namens unbekannt, auch bekannt als Winniler.

Herkunft:
Siedlung entlang der Elbe und Mecklenburg

Wanderroute:
Nach Südosten: Um 400 Abwehr der Hunnen. 489 Vernichtung der Rugier (im heutigen Nordostösterreich, Slowenien) Weiterzug nach Pannonien (heutiges Ungarn und Österreich), 526 Gewinn von Pannonien (Ex- Gebiet der Rugier), ab 570 Eroberung Teile Norditaliens (Heute noch bekannt als Lombardei). Um 800 folgte der Niedergang. Anderer Siedlungsraum Schleswig- Holstein

Ziel/ späterer Siedlungsraum:
Lombardei (Norditalien) und Schleswig- Holstein (Norddeutschland)


Sachsen:

Beschreibung des Volkes:
Stammesverband (Entstehung 3. Jahrhundert), aus den Stämmen der Chauken, Angrivarier und der Cherusker.

Herkunft:
Westpolen, Norddeutschland

Wanderroute:
Ein Teil ging nach Großbritannien und unterwarf die Bewohner dort auch, der andere Teil gründete im 9. Jahrhundert das angelsächsisches Königreich (Ostdeutschland, heute Sachsen).

Ziel/ späterer Siedlungsraum:
Ostdeutschland (Sachsen), und Westpolen


Goten:

Beschreibung des Volkes:
Seit dem 3. Jahrhundert hatten die Goten öfters militärische Konflikte mit den Römern. Der Stamm der Goten zerfiel während der Völkerwanderungszeit zuerst in den West- und später auch in den Ostgotischen Stamm. Die Ostgoten siedelten sich im Gegensatz zu den Westgoten nach der Trennung im Schwarzmeerraum an die Westgoten hingegen besiedelten die Balkanhalbinsel jenseits der Donau. Jeder Stamm bildete mit der Zeit seine eigenen Reiche, welche später allerdings zerfielen.

Herkunft:
Ostgermanien

Wanderroute der Ostgoten:
Nachdem sich um 269 der Stamm der Goten getrennt hatte, haben sich die Ostgoten im Schwarzmeerraum angesiedelt. Mitte des 3. Jh. Unternahmen Sie auch Raubzüge nach Makedonien und Kappadokien ( heutige Türkei). Um 375n. Chr. besiegten die Hunnen die Ostgoten und so wurden die Ostgoten zur Heerfolge gezwungen. Im Jahr 451 kommt es auf den Katalaunischen Feldern zur Schlacht zwischen Westgoten (Burgundern, Franken, Römern) und Ostgoten, wobei die Ostgoten die Schlacht gewonnen haben. Doch der Ostgotische Fürstensohn Theoderich wird am Hof des oströmischen Kaisers als Geisel erzogen. Doch genau dieser Mann führt mit den Ostgoten Plünderungszüge durch die gesamte Balkanhalbinsel. Um dies zu verhindern will der oströmische Kaiser einen Abzug der Ostgoten aus diesem Gebiet erkaufen, indem er Theoderich zum magister militum und zum patricius Italiens ernennt. Daraufhin zieht Theoderich mit den Ostgoten 488 nach Italien und besiegt dort den germanischen Söldnerführer Odokar. In diesem Bereich siedeln sich die Ostgoten an und gründen auch ihr eigenes Ostgotenreich.

Wanderroute der Westgoten:
Nach der Teilung der Goten lassen sich die Westgoten westlich des schwarzen Meers (Rumänien nieder). Um 375 verdrängten die Hunnen die Westgoten, welche dann ins Oströmische Reich ausweichen mussten. Bei ihrem Wanderzug besiegten sie 378 Kaiser Valens bei Adrianopel und hatten somit einen freien Weg Richtung Balkan und Peloponnes. Am Ende des 4Jh. Fielen Sie in Italien ein und nahmen 410 Rom ein. Danach zogen sie Richtung Gallien und erreichten dort das Tolosanische Reich und siedelten dann auch auf die Iberische Halbinsel über. Das Tolanische Reich erreichte um 475 seinen Machthöhepunkt und seine größte Ausdehnung. 507 wurden sie allerdings unter einem anderen König von den Franken besiegt und zogen sich auf die Iberische Halbinsel zurück. Als dann auch die Araber 711 die Westgoten besiegten endete das Westgotenreich in Spanien.

Ziel/ späterer Siedlungsraum:
Ostgoten: Schwarzmeerküste, Nordtürkei und Italien
Westgoten: Spanien


Wandalen:

Beschreibung des Volkes:
Die Ursprünge der Vandalen sind nicht genau bekannt. Daher wird eine Zugehörigkeit zum Kulturkreis der Lugier nicht ausgeschlossen, da die früheren Vandalen oft mit ihnen Gleichgesetzt wurden. Im 2Jh. gab es nachweislich verschiedene Teilstämme der Wandalen wie z.B. die Silingen, die im heutigen Schlesien siedelten.

Herkunft:
Ostgermanien

Wanderroute:
Die Wandalen wurden von den Goten in das Gebiet zwischen oberer Weichsel und Oder abgedrängt. Zu Beginn des 5Jh. Drangen sie zusammen mit den Sweben in Gallien ein und erreichten 409 die Iberische Halbinsel. Ab 429 wanderten sie nach Nordafrika ab, da sie von den Westgoten bedrängt wurden. 439 eroberten sie Karthago und gründeten später auch das Wandalenreich, welches sich als einziges germanisches Reich zu einer Seemacht entwickelte. 455 zogen sie nach Rom ein und plünderten dieses, ein Jahr später eroberten sie Korsika und Sardinien. Die Ära der Wandalen endete 534/35 als der byzantinische Feldherr Belisar das Wandalenreich zerschlug

Ziel/ späterer Siedlungsraum:
Italien, Korsika, Sardinien


Franken:

Beschreibung des Volkes:
Die Fanken waren ein Zusammenschluss aus verschiedenen germanischen Stämmen. Die hervorstechenden Eigendschaften der Franken waren ihre Kühnheit, ihr Mut und ihr Kampfeswillen.

Herkunft:
Volksstämme die alle um den Rhein siedelten

Wanderroute:
Ab 388 verwüsteten die Franken die Region um Köln aber sie wurden immer wieder von römischen Truppen zurückgeschlagen. Durch die wirre Lage, die zu dieser Zeit in Gallien herrsche, konnten die Franken im Mosel und Niederrheingebiet expandieren. Allerdings gab es keine einheitliche Führung sodass sie von Aetius einem Heermeister im Mosel und Niederrehingebiet gestoppt wurden. Nach dem Tod Aetius um 454 und dem somit aufgelösten Bund, siedelten die Franken in Massen über den Rhein, somit wurde unter anderem auch Mainz eingenommen. Die Salier drängten nach Nordfrankreich die Rheinfranken eroberten Köln und Trier. So entstand die Francia Rhinesis die sich von den Xanthen bis Mainz bis weiter nach Trier ausdehnte.

Ziel/ späterer Siedlungsraum:
Westdeutschland, Nordfrankreich


Alemannen/Alamannen:

Beschreibung des Volkes:
Sie setzen sich aus verschiedenen Volksstämmen zusammen. Die Alamannen waren einer der Volksstämme, die nie ein Großreich gebildet haben Auch wurden sie oft als Sueben (=Schwaben) bezeichnet.

Herkunft:
West bzw. Elbgermanien

Wanderroute:
Nachdem die römischen Truppen vom Limes abgezogen wurden bezogen die Alamannen die ex römischen Gebiete vom Rhein bis zum Bodensee. Seit dem 5 Jh. siedelten sie sich auch in der heutigen Schweiz und Elsass an. Dabei unternahmen sie viele Eroberungsraubzüge gegen Gallien, Oberitalien, Pfalz , Elsass, Nordschweiz und Franken. In der Schlacht von Zülpich 496/97 fielen die Alamannen unter fränkische Herrschaft.

Ziel/ späterer Siedlungsraum:
Oberitalien, Nordschweiz, Gallien, Südwestdeutschland


Burgunder:

Beschreibung des Volkes:
Die Kultur der Burgunder wurde hauptsächlich von der römischen Kultur bestimmt, aus dem bunten Sprachgemisch der Burgunder entstand über die Jahrhunderte die heutige französische Sprache

Herkunft:
Skandinavien 

Wanderroute:
Die Burgunder siedelten bis 400 am Rhein danach wurden sie von den Hunnen besiegt und ließen sich daraufhin 443n. Chr. in Savoyen nieder

Ziel/ späterer Siedlungsraum:
Südfrankreich, Savoyen (Südostfrankreich, Nordwestitlien)


Die Geschichte der Juden

Landnahme und Ansiedlung - Ende des jüdischen Staatswesens

Die Ansiedlung israelitischer Volksstämme im Gebiet des heutigen Staates Israel und den umgebenden Regionen ist für die Zeit seit etwa 1250 v. Chr. bewiesen. Nach 1000 n. Chr. enstehen zwei Königreiche Juda (Süden) und Israel im Norden. Unter Joschija (640 bis 609 v. Chr. König des Reiches Juda kam es zu einer Tempelreform, in deren Verlauf vermutlich die Biblischen Bücher in einer vorläufigen Revision zusammengeführt wurden. Die verschiedenen Schriften wurden zusammengefasst und vereinheitlicht, ein Prozess, der im babylonischen Exil fortgeführt und abgeschlossen wurde. Der Monotheismus und Herrschaftsanspruch JHWHs wurden mit großer Energie durchgesetzt. Im 8. JH geriet der Norden (Israel) zeitweilig unter assyrische und im 6. JH unter babylonische Herrschaft. Zumindest die Oberschicht geriet in babylonische Gefangenschaft.Ihren Glauben durften die Israelis behalten und mit der Zerstörung des babylonsichen Reiches durch die Perser Ende 6. JH kehrten Teile der Israelis nach Palästina zurück.Im Jahr 66 v. Chr. eroberte Gnaeus Pompeius Magnus Kleinasien für das expandierende Römische Reich. Ein im Jahr 66 n. Chr. begonnener Aufstand gegen das römische Reich scheiterte im Jahr 70 und endete mit dem Fall Jerusalems und der Zerstörung des Herodianischen Tempels. Mittlerweile gab es viele jüdischen Gemeinden im Römischen Reich.
Die Einigung, Neuordnung und Festigung des Judentums nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahre 70 ist weitgehend ein Werk des Pharisäers Jochanan ben Sakkai.

Spätantike (ca. 300 bis 500 n. Chr.)

Die Geschichte der Juden in der Spätantike umfasst die Zeit des 1. Jahrhunderts bis zur Eroberung Palästinas durch die Araber (711).
Die Epoche wurde von den Rabbinern geführt und wurde durch die Zerstreuung der Juden im persischen und römischen Reich durch die christliche Staatsreligion bestimmt.
Diaspora:
Jüdische Gemeinden gab es in vielen Metropolen des Orients und im gesamten Mittelmeerraum:
Babylon, Antiochia, Alexandria, Rom.
Die Gemeinden bestanden aus durch Exilierung und Aufständen vertriebenen Juden zusammen mit Proselyten (Gläubige die sich zum jüdischen Glauben unentschieden haben) und Konvertierten.
Sie alle bildeten die jüdische Diaspora ohne Heimatland. Zentrum ihres Glaubens war bis zum Jahr 70 der Jerusalemer Tempel.
Babylon galt zeitweilig als Zuflucht für verfolgte Juden. Diese fand hauptsächlich aus religiösen und politischen Gründen statt.

In der Spätantike begann ihre Degradierung durch Konstantin I. und unter dem Einfluss der nun privilegierten christlichen Kirche (313 Tolerierung der Christen im Röm. Reich). Ca. 390 n. Chr. wird das Christentum Staatsreligion im Römischen Reich. Zwar blieb das Judentum erlaubt (religio licita), wurde aber von Wohlwollen und Gesetzgebung christlicher Herrscher abhängig. Theodosius II. erließ 417 und 423 Mischehen- und Missionsverbote und andere Beschränkungen. Das Judentum wurde jedoch nicht verboten. Es sollte nicht verkannt werden, dass das Leben von Juden und Christen im christlichen Imperium Romanum nicht nur von einem permanenten Gegeneinander bestimmt war. Wohl wurde es aber erschwert durch den teils äußerst gehässigen und scharfen Ton, der in vielen christlichen Schriften durchblickt: Juden wurden als Gottesmörder diffamiert, wodurch ein nachhaltiges Feindbild geschaffen wurde, wenngleich freilich auch teils in heidnischen Texten ein gewisser Anti-Semitismus gepflegt wurde.Andererseits beharrten die Juden auf ihrer kulturellen Identität (und griffen dabei auch bisweilen zur Gewalt), die sie auch schließlich bewahren konnten.

Mittelalter (ca. 500 bis 1500)
Diese Zeit wurde durch das Christentum und die kath. Kirche geprägt. Die Zeit reicht von der Karolingerzeit bis zu den Masseneinwanderungen von Aschkenasim ("Westjuden") nach Osteuropa nach den Kreuzzügen.
Eine Sondersituation hatten die Juden in Spanien, da es vom Islam beherrscht wurde.

Spanien
Das Zentrum des Judentums verlagerte sich in Richtung iberische Halbinsel. Als das weströmische Reich zerfiel, gerieten Juden überall dort in Bedrängnis, wo große Massen zum Christentum konvertierten. Juden die unter den Westgoten lebten ohne Konflikt bis zum 6. Jahrhundert, als der westgotische König zum Christlichen Glauben konvertierte und Zwangstaufen und Verfolgung die Juden wieder plagten.
Nach der maurischen Eroberung großer Teile des heutigen Spaniens (ab 711 n. Chr.) legte sich die antijüdische Stimmung wieder und verhinderte eine Eskalation.Im Gegenteil die folgenden Jahrhunderte sahen eine Blüte des Judentums auf der iberischen Halbinsel, die bis ins 12. JH anhielt.
Während der folgenden Zeit der Almoraviden und Almohaden wechselte ständig Verfolgung und Frieden. Viele Juden flüchteten in christliche Teile Spaniens, Palästina und Afrika. Juden die dort blieben hatten mit einer sich verschlechternden Lage zu kämpfen.Als Sephardim (hebr.: ‏ספרדים‎, Sfaradim; dt. Sepharden) bezeichnen sich die Juden und ihre Nachfahren, die bis zu ihrer Vertreibung 1492 und 1531 in Spanien (Al-Andalus) und Portugal lebten und die sich nach ihrer Flucht zum größten Teil im Osmanischen Reich und in Nordwestafrika (Maghreb) ansiedelten. Ein kleiner Teil siedelte sich auch in Nordeuropa, insbesondere den Seehandelsstädten der Niederlande, dort unter anderem in Amsterdam, und Norddeutschlands, dort vor allem in Hamburg, aber auch in Amerika, Indien und Afrika an.
Mittel-/Nordeuropa
Im Mittelalter waren Christliche Kirche und Staat eine Einheit. Das Judentum wurde als veraltete Religion angesehen und verfolgt, verbrannt oder gefoltert. Überall wo Pest (1348) und Krieg war gab man dafür den Juden die Schuld. Sie durften keine christlichen Handwerke ausüben und waren somit meist in Geschäften tätig. Sie lebten unter sich in Ghettos.

Neuzeit
Reformation-30jähriger Krieg:
Die Umwälzungen der Reformation veränderte die Lage der Juden in einigen Regionen Europas, so wurde zum Beispiel die Bedeutung der hebräischen Literatur wiederentdeckt, was dem Judentum zu einigem Ansehen verhalf.
Aufklärung:
Das änderte sich allerdings im Zeitalter der Gegenreformation und der Konfessionskriege, die im dreißigjährigen Krieg gipfelten, wieder. Teils wurden die Juden regional gegen hohe Abgaben geduldet, teils aber auch verfolgt. Nach dem Krieg 1648 fanden die Juden Unterstützung vor allem bei religiösen Randgruppen und bei aufgeklärten Philosophen wie John Locke und Baron der Montesquieu. Dieser forderte als Erster die Gleichberechtigung der jüdischen mit der christlichen Religionsausübung.
Jüdische Emanzipation:
Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Idee der Menschenrechte, damit kam auch die Emanzipation der jüdischen Bevölkerung ins Blickfeld aufgeklärter Fürsten und Bürger. Der Mensch wurde nicht länger nach seiner Religionszugehörigkeit bewertet, sondern nach seiner Nützlichkeit für den Staat. Viele Juden traten sogar zum Christentum über, zum Teil wurden jüdische Familien auch in den erblichen Adelsstand erhoben. Im Laufe des 19. Jahrhunderts passten sich die Juden nahezu vollständig an ihre christliche Umwelt an und galten fast als gleichberechtigte Mitbürger.
Zweiter Weltkrieg:
Das änderte sich allerdings 1933, als die Nationalsozialisten unter Hitler an die Macht kamen. Der Antisemitismus verbreitete sich immer stärker und Juden wurden zunehmend verfolgt. Ca. 400.000 deutsche Juden wanderten zu dieser Zeit aus, vorwiegend nach Amerika und Fernost.Während des Zweiten Weltkrieges ermorderten die Nationalsozialisten ca. 6 Millionen europäische Juden (ein Drittel aller europ.Juden). Die Gründung Israels 1948 wurde erst vor dem Hintergrund der Shoa/Holocaust (großes Unheil/alles verbrannt) möglich.
www.judeninmutterstadt.org/site41a.htm
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland Gesetze verabschiedet, die vor allem aus der zerfallenden Sovjetunion ausgewanderten Juden verhalfen, wieder nach Deutschland zu ziehen. Von da an waren die Juden als gleichberechtigte Bürger zu betrachten.Heute leben ca. 150 000 Juden in Deutschland.

www.beepworld.de/memberdateien/members29/synagoge/karte.gif

Quelle: Wikipedia


Deutsche Siedlungsräume auf dem Balkan und deren Aufgabe nach 1945

Die Karte zeigt die größte Ausdehnung des Osmanischen Reiches 1683



http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:ImperioOtomano1683.png&filetimestamp=20100310183747


Politische Voraussetzungen

1683 stehen die Türken vor Wien. Die Eroberung der Stadt gelang nicht und die Niederlage vor Wien wurde zum Wende im Machtkampf um den Balkan. Nach mehreren schweren Niederlagen bei Mohács 1687, Slankamen 1691 und Senta 1694, während des Großen Türkenkrieges, musste das Osmanische Reich im Frieden von Karlowitz 1699 Zentralungarn mit Siebenbürgen an Österreich abgeben. Die östrreichische Monarchie hatte großes Interesse die zurückgewonnen Gebiete zu durchdringen bzw. dauerhaft besiedeln zu lassen.

Die vordergründigen Bedingungen für die Ansiedlung waren:

  • Anerkennung des Kaisers aus dem Hause Habsburg als Oberhaupt
  • katholischer Glaube (bis Kaiser Josef II. diese Bedingung wieder aufhob)
  • Verpflichtung zur Verteidigung der Militärgrenze

Neben der militärischen Absicherung des neu gewonnenes Gebietes sollte der Siedlerstrom auch Steuerzahler in die Donaumonarchie bringen.

Zusammensetzung der Einwanderer - Donauschwaben?

Innerhalb des Auswanderungsraumes ragten Lothringen, Elsass, die Pfalz, Rhein- und Mainfranken besonders hervor, aber auch
Schwaben, Badener, Franken, Bayern, Hessen, Böhmen, Innerösterreich, Österreichische Niederlande (heute: Luxemburg, Belgien),
sowie kleinere Gruppen von Italienern und Franzosen hatten zeitweise einen größeren Anteil, ebenso Magyaren, Kroaten, Rumänen,
Spanier und Ukrainer. Im gesamten mittleren Donauraum wurden die deutschen Siedler von ihren magyarischen, südslawischen und
rumänischen Nachbarn, wie auch von bulgarischen, slowakischen und tschechischen Zuwanderern Schwaben genannt, obwohl diese
Bezeichnung nur für weniger als 5 Prozent der Ansiedler zutraf.


Siedlungsgebiete der deutschen Zuwanderer auf dem Balkan nach Österreich-Ungar

[Http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/92/Austria hungary 1911.jpg http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/92/Austria_hungary_1911.jpg]


Der donauschwäbische Siedlungsraum unterteilt wie folgt:

Siedlungsgebiete der Donauschwaben (Deutschsprachige Gebiete in der Pannonischen Tiefebene) Diese Gebiete gehörten zur Österreich-Ungarischen Monarchie.

  • das Siedlungsgebiet im südöstlichenUngarischen Mittelgebirge zwischen Raab, Donauknie und Plattensee, mit dem Zentrum Budapest mit Ausnahme Ost-Burgenlands;
  • die Schwäbische Türkei (Baranja) südwestlich des Plattensees zwischen Donau und Drau mit dem Zentrum Pécs (Fünfkirchen);
  • Slawonien und Syrmien zwischen Save und Donau, mit dem Zentralort Osijek (Esseg);
  • die Batschka zwischen Donau und Theiß, mit dem Mittelpunkt in Novi Sad (Neusatz);
  • das Banat zwischen Marosch, Theiß, Donau und den Ausläufern der Südkarpaten mit dem Zentrum in Timișoara (Temeswar);
  • Sathmar in der nordöstlichen Großen Ungarischen Tiefebene, mit dem Mittelpunkt 'Carei (Großkarol).


Nach der Niederlage Österreich-Ungarns im Ersten Weltkrieg (Friedensvertrag Trianon 1920)

  • kamen dasBanat teils zu Rumänien, teils zu der Wojwodina (Serbien), deshalb nennt manes heute das rumänische oder das serbische Banat;
  • ein kleiner Teil blieb in Ungarn
  • die Batschka zu Jugoslawien (heute Serbien), ein Teil blieb in Ungarn Syrmien zu Jugoslawien (heute Kroatien und Serbien);
  • Sathmar zu Rumänien; Das Ofener Bergland bei Budapest und die Schwäbische Türkei liegen noch heute in Ungarn.

Erläuterung:
Österreich-Ungarn wurde nach dem Ersten Weltkrieg zerschlagen in: Deutsch-Österreich, verkleinertes Ungarn. Rumänien bekam ungarische Gebiete. Jugoslawien entstand auf serbischem, kroatischem und bosnischen Gebiet.Die "Donauschwaben" befanden sich plötzlich in neuen Nationen.


Die Deutschen in Jugoslawien während und nach dem Zweiten Weltkrieg

Zu Beginn des 19. Jahhunderts und auch 1940 lebten in Serbien bzw. Jugoslawien noch ca. 500 000 Deutsche. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die deutschen Männer 'nach' der Eroberung des Balkans durch Hitlers Armeen per Gesetz zur Waffen-SS eingezogen. Nach der Niederlage des Dritten Reiches und der Besetzung Serbiens/Jugoslawiens durch den Kommunisten Tito kam es zu Massenerschießungen, Misshandlungen und Internierung der deutschen Bevölkerung in Arbeitslagern. Erst nach der Gründung der Bundesrepublik 1949 gelang der deutschstämmigen Bevölkerung die Ausreise bzw. die Flucht. 1990 lebten noch 10 000 Deutsche in Jugoslawien.


Die Deutschen in Ungarn während und nach dem Zweiten Welkrieg

1944 lebten etwa 700.000 Menschen deutscher Nationalität in Ungarn, 4,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Unter großen Repressalien [?} wurden seit 1941 etwa 120.000 Deutsche aus Ungarn für die SS rekrutiert. Das zwischen den Alliierten geschlossene Potsdamer Abkommen sah die Vertreibung der Donauschwaben aus Ungarn nach Deutschland oder Österreich vor. Als Folge wurden zwischen 1945 und 1948 ca. 250.000 – etwa jeder zweite – Ungarndeutsche enteignet und vertrieben. Mehrere Zehntausend Ungarndeutsche wurden in Viehwagen zur Zwangsarbeit in Arbeitslager in die Sowjetunion gebracht. Die überwiegende Mehrheit der nach 1945 Überlebenden, etwa 810.000 Personen, hat besonders ab 1970 und verstärkt bis 1990 im deutschen Sprachraum eine neue Heimat gefunden, davon etwa 660.000 in Deutschland und etwa 150.000 in Österreich.


Die Deutschen in Rumänien während und nach dem Zweiten Welkrieg
Im Januar 1945 wurden ca. 35 000 Deutsche aus der Region zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert, von denen viele 1949 nicht mehr zurückkehrten. Ihr landwirtschaftlicher Besitz wurde im März 1945 enteignet, drei Jahre später auch jene Industrie- und Handwerksbetriebe, die von der ersten Konfiskationswelle nach dem Frontwechsel Rumäniens verschont blieben.
Ab 1970 und verstärkt ab 1990 in einer 2. Welle verließ der Großteil der Donauschwaben das Land. Die Auswanderung der Rumäniendeutschen wurde vom kommunistischen Regime Nicolae Ceaușescus zur Devisenakquisition noch bis 1989 gefördert, wobei die ältere Generation vielfach in Rumänien verblieb. In Rumänien lebten 1940 350.000 Donauschwaben, 2002 nur noch 60.000.


Gründung des Staates Israel 1948

Zionismusdie Grundlage zur Gründung Israels

Als „Vater des politischen Zionismus“ gilt Theodor Herzl (1860-1904), er nennt als Ziel die Schaffung eines jüdischen Staates durch Besiedlung Palästinas um die Juden zusammenzuführen. Diese Ziele wurden im Baseler Programm zusammengefasst, welches bis 1948 die Leitidee des zionistischen Handels gründete.
Die zionistischen Projekte wurden zunächst von den europäischen Großmächten und vom osmanischen Reich, welches die Vormacht im nahen Osten war, abgelehnt.

Die erste Alija (1882-1903)

25.000 jüdische Einwanderer aus Osteuropa, Russland, Rumänien und dem Jemen. Die Gründe für die Einwanderung sind
- Sehnsucht nach historischem Heimatland
- Pogrome in Russland
- Lösung des jüdischen Problems
Der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Palästina liegt bei 5%

Die zweite Alija (1903-1914)

40.000 Einwanderer aus Russland und Polen

Gründe: - Tod Herzls entfacht Pioniergeist
- weitere Pogrome in Russland
.

Der Erste Weltkrieg – Palästina wird interessant

Im Umfeld des Ersten Weltkriegs erhöhte sich der Stellenwert Palästinas als Außenposten gegen das Osmanische Reich und Russland.
1917 Jerusalem wird von Großbritannien besetzt um die Vormachtsstellung im Nahen Osten zu stärken.
Die britische Regierung führt widersprüchliche Gespräche über das Schicksal Palästinas.
( Frankreich: Aufteilung des Osmanischen Reiches; Scherifen von Hedschas und Mekka: Gründung eines arabischen Großreichs; Zionistische Bewegung: Unterstützung zur Schaffung eines jüdischen Nationalstaates)

Die zionistische motivierte Einwanderung geriet schon früh in Konflikt mit der arabisch-palästinensischen Nationalbewegung. Diese unterstützen zunächst Großbritannien im Kampf gegen das Osmanische Reich, um somit später die Unabhängigkeit zu erlangen. 1920 forderten die arabischen Palästinenser die von den Briten versprochene Eigenstaatlichkeit ein.
Als Folge des uneingelösten Versprechens kam es zu zahlreichen arabischen Unruhen zwischen 1920 und 1939, die sich zunächst gegen die zionistischen Siedler, zunehmend jedoch gegen die britischen Besetzer richteten.


Die dritte Alija (1919-1923)

35.000 Einwanderer aus Russland und Rumänien


Die vierte Alija (1924-1931)

80.000 Einwanderer aus Polen und der UdSSR
Grund: - Schließung der Grenzen Amerikas
Der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Palästina liegt bei 11,1%


Machtergreifung Hitlers und Folgejahre

Die fünfte Alija (1932-1938)

200.000 Einwanderer aus Deutschland, Polen und Zentraleuropa
Der Grund war die Machtergreifung Hitlers 1933
1945 liegt der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Palästina bei 30%


Die sozialdemokratische Fraktion im Zionismus vertritt die Meinung, das jüdische Volk müsse sich durch körperliche Arbeit und Kultivierung des Bodens ein Recht auf Palästina erwerben.

1946 sind 20% der kultivierten und 11% der kultivierbaren Fläche Palästinas in jüdischem Besitz

Großbritannien beschränkt – trotz der Judenverfolgung in Deutschland- die Einwanderung der Juden nach Palästina aufgrund arabischer Aufstände
1942 „Biltmore-Programm“: Forderung nach der „Öffnung der Tore Palästinas“ und Errichtung eines jüdischen Staates nach Kriegsende.


1948 Staatsgründung

649.600 Juden leben in Palästina, etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung

Zuspitzung des Konflikts zwischen zionistischen und arabischen Nationalbewegungen gegen die Besetzungsmacht England. Dieses gemeinsame Ziel schafft dennoch keine Einigkeit der Juden und Arabern, beide Seiten versuchen weiterhin ihre jeweiligen nationalen Ziele durchzusetzen.

  • Die Briten können die Fremdherrschaft nicht mehr aufrechterhalten und suchen Vermittlungshilfe von Seiten der Vereinten Nationen
  • 15. Mai 1947 Der Sonderausschuss der UN (UNSCOP) schlägt vor, das britische Mandat zu beenden.
  • Frage nach der Teilung Palästinas oder arabisch-jüdischer Föderativstaat
  • 29. November 1947: Mandat Großbritanniens wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt aufgehoben und Palästina in einen arabisch-palästinensischen und einen jüdischen Staat geteilt. Jerusalem wird wegen der Bedeutung für beide Religionen zu einer neutralen Zone  Wirtschaftsunion der drei Teile

Die Begründung für die Schaffung eines jüdischen Nationalstaates war der Judenmord Hitlers, nach dem man die „Verweigerung auf das Recht des jüdischen Volkes auf einen eigenen Staat nicht mehr rechtfertigen könne“

1945 Gründung der Arabischen Liga, welche den Teilungsbeschluss ablehnt. Sie kündigen für den Fall seiner Verwirklichung militärische Maßnahmen an und die Aufstellung einer „arabischen Befreiungsarmee“ an.

9. April 1948 Massaker an arabischen Zivilisten des Dorfes Deir Jassin -> 250 Menschen sterben

14. Mai 1948 Britisches Mandat endet -> Ausrufung des Staates Israel durch David Ben Gurion in Tel Aviv

-> Proteste in arabischen Hauptstädten
14. – 15.Mai Einmarsch der Armeen Ägyptens, des Libanon, des Irak, Syriens und des Ostjordanlands in Palästina, um die Proklamation des jüdischen Staates rückgängig zu machen.
 1949 Israel gewinnt mit Hilfe von finanzieller Unterstützung der USA und Waffenlieferungen aus der Tschechoslowakei.
 Waffenstillstandsverträge mit den Invasoren.


Migrationsbewegungen nach dem Ersten Weltkrieg 1914 - 1918

medialesson Imperialismus und 1. Weltkrieg



medialesson Imperialismus und 1. Weltkrieg


Ursachen der Migration

Die Siegermächte des ersten Weltkriegs zwangen viele Deutsche aufgrund der deutschen Gebietsverluste zur Migration. (Vgl. Gebietsverluste Deutschlands & Migration nach Deutschland)
Außerdem erlitt Deutschland durch die Finanzierun

g des ersten Weltkrieges eine Inflation, welche von 1914 bis 1923 andauerte.
Offiziell hatte die Deutsche Mark 1918 mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.


Zielstaaten der Auswanderer von Deutschland

Während dieser Zeit emigrierten viele Menschen von Deutschland nach Argentinien und Südbrasilien (Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Santa Catarina).
Es entstanden neue deutschsprachige Siedlungen, zum Bespiel ein Landstrich in Südbrasilien heißt noch heute Neu-Württemberg.
Außerdem verließen viele Deutsche ihr Land in Richtung USA, Kanada und Australien.
Allerdings kam diese Migrationswelle Mitte der 1920er Jahre ins Stocken, auch auf Grund der Einwanderungsbeschränkung der USA.
Die Ersten Auswanderer waren meist Verwaltungsbeamte, Polizisten und Lehrer.
Die nächste Gruppe bestand meist aus Unternehmen und Gewerbebesitzern.


Gebietsverluste Deutschlands

Auf Grund des Gebietsverlustes des Deutschen Reiches nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg, lebten noch viele Deutsche in Gebieten, die nun anderen Staaten zugeordnet waren. Die verlorenen Gebiete waren:
Elsass-Lothringen, Provinz Posen, Westpreußen, die südliche Hälfte des ostpreußischen Kreises Neidenburg, das Reichthaler Ländchen, das Hultschiner Ländchen, kleine Grenzstreifen Niederschlesiens, Neukamerun, Kiautschou, Inselgruppe der Marianen und die Inselgruppe der Karolinen.
Diese Staaten waren beispielsweise Polen, Frankreich, Belgien, Dänemark und die Tschechoslowakei.


Migration nach Deutschland

Die Siegermächte zwangen die Verliererstaaten (das Osmanische und Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und Rumänien) dazu, mindestens zwei Millionen Menschen aus den verloren gegangenen Territorien aufzunehmen.
Insgesamt wurden ungefähr fünf Millionen Menschen gezwungen, in den von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krisen gebeutelten Nachkriegsjahren, umzusiedeln.


Integrationspolitik der Weimarer Republik

In der Weimarer Republik waren diese Einwanderer unerwünscht, da sie viele Arbeitsplätze besetzten und dadurch den „echten“ Deutschen die Arbeitsplätze wegnahmen.
Außerdem wären viele Deutsche in ausländischen Territorien ein wichtiger politischer Einflussfaktor, der durch die Immigration nach Deutschland verloren ging.
Ab 1923 dann verfolgte die Weimarer Republik eine restriktive Integrationspolitik, dies bedeutete das Sie sich gegen ein Bleiben der russischen Flüchtlinge aussprach.
Sie waren nur geduldet, sie hatten keinen rechtlichen Anspruch auf Aufenthalt, das heißt sie konnten jederzeit ausgewiesen werden.
Auch durfte das Deutsche Arbeitsamt russisch stämmigen Flüchtlingen keine Arbeit vermitteln, so dass die Russen keine Möglichkeit sahen ihren Lebensunterhalt zu verdienen und gezwungen waren das Land zu verlassen.


Migration im osmanischen Reich

Nachdem sich das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg mit Deutschland verbunden hatte, gehörte es am Ende auch zu den Verliererstaaten. Während des Krieges wurden die Gruppe der Armenier vertrieben oder getötet, da sie angeblich auf russischer Seite kämpften, und viele versuchten in andere Länder zu fliehen. 1918 brach das Reich zusammen, da keine ausreichenden militärischen und politische Mittel mehr vorhanden waren. Großbritannien und Frankreich eroberten das osmanische Reich größtenteils und errichteten Mandate in den einzelnen Staaten. Im Anschluss an den ersten Weltkrieg übernahm Atatürk die Herrschaft und gründete einen türkischen Nationalstaat. Die Siegermächte waren des Kämpfens müde geworden und ließen es so zu, dass das türkische Heer Teile von Griechenland eroberte und die dort lebende Bevölkerung vertrieb. Die an der West- und Südküste der Türkei lebende griechische Bevölkerung wurde vertrieben. Im Gegenzug mussten die auf griechischem Gebiet lebenden Türken Griechenland verlassen.



Auswanderung in die USA damals und heute

Im Jahre 1800 hatten die USA eine Bevölkerung von 5,5 Millionen Menschen mit den afrikanischen Sklaven. Zweihundert Jahre später sind es 300 Millionen Menschen. Dieses Wachstum ist zum größten Teil auf die Einwanderungen zurückzuführen. Insgesamt ca. 30 Millionen US-Amerikaner so manche Schätzungen sind deutscher Abstammungen.

Auswanderung im 17. Jahrhundert
1607 besiedelten die Engländer erstmals die Ostküste Amerikas. Sie benötigten viele Menschen aus Europa als Arbeitskräfte, Matrosen für die Handelskompanien und Soldaten auf ihren Schiffen. Es galt Wildnis in Ackerland zu verwandeln. 1619 wurden die ersten afrikanischen Sklaven nach Virginia gebracht. Sie geraten immer wieder in Streit mit den Indianern, plünderten und töteten viele. 1664 übernahmen die Engländer kampflos die niederländische Kolonie. Auch die Deutschen wanderten nach Amerika ab 1625 in Folge von Kriegen aus. Es herrschte Not und Hunger, aber auch die Pest verbreitete sich in Europa immer mehr.

Auswanderung im 18. Jahrhundert
Es wanderten immer mehr Menschen aus. Sie wollten eine neue Heimat, ein Stück eigenes Land und ihre Freiheit. Doch dazu gehörte auch schwere Arbeit, wie Roden damit man Ackerland bekam. Viele Europäer wanderten aufgrund religiöser Verfolgungen aus, um in Amerika Religionsfreiheit zu erlangen.
Die Boston Tea Party 1773 war der erste Schritt in Richtung Unabhängigkeit von England. Es erfolgte der amerikanische Unabhängigkeitskrieg und 1776 die Unabhängigkeitserklärung mit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika.
Es bildeten sich nördliche/mittlere Kolonien und die südlichen Kolonien. Im Norden war der Boden schlecht für Landwirtschaft geeignet, sodass die Menschen sich dort eher auf Technik, ihren Glauben und ihre Sprache spezialisierten. Im südlichen Teil Amerikas entstanden immer mehr und auch größere Plantagen, die Grundbesitzern gehörten und auf denen afrikanische Sklaven arbeiten mussten. Dort boomte die Wirtschaft durch den Verkauf von Reis, Indigo und vor allem von Tabak.

Auswanderung im 19. Jahrhundert

In diesem Zeitalter bekam die Massenauswanderung ihren Höhepunkt. Das Bild der „gefährlichen Wildnis in Übersee“ verblasste und wurde zu einem „gelobten Land Amerika“. In ganz Europa gab es Missernten (vor allem die Kartoffelernte war betroffen 1846) und viele Menschen verhungerten. Die Große Hungersnot in Irland und auch England 1845 bis 1849 veranlasste viele zum Auswandern. Sie sahen ihren einzigen Ausweg in der Auswanderung in die USA. Außerdem kam es zu einer anhaltenden Wirtschaftskrise, wobei viele Menschen verarmten. Ab 1848 wurden in Kalifornien Goldminen gefunden, es entstand ein Goldrausch, wobei die Auswanderer in den Westen wollten. Der Goldrausch verebbte jedoch in den 1950er Jahren wieder. Hinzu kam die Industrialisierung die sich über ganz Europa verbreitete. Zu Beginn verloren die Menschen ihre Arbeitsplätze und es erfolgte Elend. Während des amerikanischen Bürgerkriegs von 1861 bis 1865 kam der Auswanderungsstrom fast zum Erliegen. 1893 erfasste die USA eine Wirtschaftskrise, bei der drei Millionen Menschen ihre Arbeit verloren und es zu Unruhen kam. Die Binnenwanderung löste die Auswanderung ab. Die europäische Landwirtschaft wurde mechanisiert und die Menschen zog es nun in die Großstädte und Industriereviere und nicht länger nach Amerika.

Auswanderung heute

1924 wurden die ersten Gesetze zur Begrenzung der Einwanderer verabschiedet. Man legte eine Obergrenze fest, wie viele Menschen einwandern durften.
Ab 1965 durften nur die Menschen einwandern, die zuerst einen Antrag stellten. Verwandte von bereits amerikanischen Bürgern wurden bevorzugt, ebenso wie Einwanderer mit bestimmter Berufsausbildung.
1990 wurde das Einwanderungsgesetzt überarbeitet und es wurde eine flexible Obergrenze von 675000 Einwanderern pro Jahr festgelegt. Dieses Gesetz versucht, gut ausgebildete Arbeiter und Fachleute in die USA zu holen.
Der U.S. Immigration Service schätzt, dass zur Zeit ca. fünf Millionen illegale Einwanderer in den USA leben. Es wird befürchtet, dass die illegalen Einwanderer den anderen Bürgern die Arbeitsplätze wegnehmen und das durch Steuern finanzierte Sozialleistungssystem belasten.
Das neue Einwanderungsgesetz von 1990 versucht auch das Problem der illegalen Einwanderer in den Griff zu bekommen. Es beinhaltet strenge Maßnahmen, um die weitere illegale Einwanderung zu bekämpfen und sieht Strafen für Unternehmer vor, die wissentlich illegale Einwanderer beschäftigen.


Wie viele Einwanderer in die USA kamen wann?

Image:600px-Einwanderung in die usa Zeittafel.jpg

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Einwanderung_in_die_usa_Zeittafel.png


Migrationsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945)

Migration am Ende des Zweiten Weltkrieges
Am Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zu den größten Migrationsbewegungen der modernen Geschichte. Über zwölf Millionen deutsche Flüchtlinge und Vertriebene sowie rund zehn bis zwölf Millionen „Displaced Persons“ (DPs), ehemalige Zwangsarbeiter und ausländische KZ-Insassen mussten nach dem Ende des Krieges eine neue Heimat finden bzw. repatriiert werden.
Zwischen 1945 und 1949 flüchteten 8 Millionen Kriegsvertriebene, hauptsächlich „Volksangehörige“, aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie in die westlichen Besatzungszonen und 3,6 Millionen in die Sowjetische Besatzungszone.
Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR im Jahre 1949 setzte eine neue Migrationswelle ein: die Massenflucht von Ost- nach Westdeutschland. Bis zum Bau der Berliner Mauer 1961 überquerten 3,5 Millionen Menschen die innerdeutsche Grenze.


Repatriierung der "Displaced Persons"
Die überlebenden Opfer der nationalsozialistischen Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager stellten nach Kriegsende das Gros der zehn bis zwölf Millionen "Displaced Persons" (DPs). Sie entstammten rund 20 Nationalitäten mit über 35 verschiedenen Sprachen. Sie unterstanden der direkten Obhut der vier alliierten Besatzungsmächte und den von ihnen zugelassenen internationalen Hilfsorganisationen. Ursprünglich war das Ziel der Militärregierungen und Hilfsorganisationen, die DPs so rasch wie möglich zu sammeln und in ihre jeweiligen Heimatländer zurückzubringen.
Das gelang allein in den ersten vier Monaten nach der deutschen Kapitulation im Mai 1945 bei über fünf Millionen DPs. Entsprechend einer Vereinbarung zwischen den Westalliierten und der UdSSR wurden dabei DPs sowjetischer Staatsbürgerschaft auch zwangsweise repatriiert. Das geschah, obgleich die westalliierten Behörden wussten, dass DPs in der UdSSR als angebliche "Kollaborateure" mit Lagerhaft, Repressionen bzw. "Umerziehungsmaßnahmen", Offiziere vielfach auch mit der Todesstrafe zu rechnen hatten. Deshalb wählten nicht wenige von ihnen anstelle der Deportation den Freitod.
Ende 1945 gab es in den drei Westzonen noch etwa 1,7 Millionen DPs. 1946 lag die Zahl der Repatriierten nur noch bei etwa 500.000.
Mit dem "Gesetz über die Rechtsstellung heimatloser Ausländer" vom 25. April 1951 wurde in der Bundesrepublik ein spezieller, im Vergleich zum internationalen Flüchtlingsrecht großzügiger Rechtsstatus für die DPs geschaffen. Er glich zwar in weiten Bereichen der rechtlichen Position der Bundesbürger. Aber er führte nicht zu einer vollständigen Gleichstellung mit deutschen Flüchtlingen und Vertriebenen.


Migranten und Deutsche in der Nachkriegszeit

In der unmittelbaren Nachkriegszeit war das Verhältnis der deutschen Bevölkerung zu den DPs von Abwehrhaltungen, Vorurteilen, Verachtung, aber auch Neid geprägt: Einerseits wirkte dabei die diskriminierende nationalsozialistische Rede von den "Untermenschen" aus dem Osten weiter. Hinzu kamen verallgemeinerte und Schrecken verbreitende Nachrichten über gewalttätige Ausschreitungen und Plünderungen befreiter Zwangsarbeiter. Andererseits galten DPs weithin als in der Obhut der Alliierten stehende Privilegierte, die der deutschen Polizeihoheit entzogen waren und zudem die Chance zur überseeischen Auswanderung hatten. Diese blieb den Deutschen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, anfangs versagt. Nur selten ist in der deutschen Nachkriegsgesellschaft in den DPs mehr gesehen worden als ein Besatzungsproblem, ihr Schicksal als Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft wurde weithin verdrängt und verschwiegen.

Unter den Migranten der unmittelbaren Nachkriegszeit in Deutschland bildeten die DPs nur eine unter mehreren großen Gruppen: Im Gebiet der späteren vier Besatzungszonen waren rund zehn Millionen Menschen vor den gezielten alliierten Flächenbombardements auf deutsche Städte in ländlich geprägte Regionen geflohen oder evakuiert worden. Die "Evakuierten" konnten nicht selten erst nach Jahren ihre notdürftigen Quartiere verlassen und in ihre Heimatorte zurückkehren. Noch 1947 gab es in den vier Besatzungszonen ca. vier Millionen Evakuierte. In der Bundesrepublik wurde ihre Rückführung vor allem als Aufgabe der Kommunen und Länder behandelt und ausschließlich als ein Problem der Wohnraumversorgung in den Städten eingeschätzt.


Deutsche Flüchtlinge und Vertriebene

Von rund 18 Millionen Reichsdeutschen in den Ostprovinzen des Reiches und "Volksdeutschen" in den deutschen Siedlungsgebieten in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa waren in der Endphase des Krieges rund 14 Millionen in Richtung Westen geflüchtet oder nach dem Kriegsende vertrieben bzw. deportiert worden. Die Daten der Volkszählungen in West- und Ostdeutschland von 1950 lassen die Bilanz dieser millionenfachen Fluchtbewegungen und Vertreibungen deutlich werden. Knapp 12,5 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene waren aus den nunmehr in polnischen und sowjetischen Besitz übergegangenen ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches und aus den Siedlungsgebieten der "Volksdeutschen" in die Bundesrepublik und in die DDR gelangt; weitere 500.000 lebten in Österreich und anderen Ländern.

Vertragliche Grundlage der Verteibung war das Potsdamer Abkommen der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges vom August 1945:

XIII.
"Ordnungsgemäße Überführung deutscher Bevölkerungsanteile
Die Konferenz erzielte folgendes Abkommen über die Ausweisung Deutscher aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn:
Die drei Regierungen haben die Frage unter allen Gesichtspunkten beraten und erkennen an, daß die Überführung der deutschen Bevölkerung oder Bestandteile derselben, die in Polen, Tschechoslowakei und Ungarn zurückgeblieben sind, nach Deutschland durchgeführt werden muß. Sie stimmen darin überein, daß jede derartige Überführung, die stattfinden wird, in ordnungsgemäßer und humaner Weise erfolgen soll..."

An die zwei Millionen Deutsche hatten Flucht, Vertreibungen oder Deportationen nicht überlebt, etwa eine Million wurde in die UdSSR
deportiert.Von den 12,5 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen in der Bundesrepublik und DDR des Jahres 1950 kam mit knapp sieben Millionen der größte Teil aus den ehemals deutschen Gebieten östlich von Oder und Neiße. Als nächstgrößere Gruppe folgten knapp drei Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus der Tschechoslowakei. Hinzu kamen 1,4 Millionen aus dem Polen der Vorkriegsgrenzen, 300.000 aus der bis 1939 unter der Verwaltung des Völkerbunds stehenden Freien Stadt Danzig, knapp 300.000 aus Jugoslawien, 200.000 aus Ungarn und 130.000 aus Rumänien.

In den vier Besatzungszonen in Deutschland gab es keine gleichmäßige Verteilung der Flüchtlinge und Vertriebenen. Ländlich geprägte Gebiete mussten weitaus mehr Menschen aufnehmen als die vor allem durch Luftangriffe häufig schwer zerstörten städtisch-industriellen Ballungsräume. Die Wohnungssituation und die Versorgungsmöglichkeiten mit Lebensmitteln schienen in den Landgemeinden und ländlichen Kleinstädten besser zu sein. Insgesamt war der Osten Deutschlands stärker betroffen als der Westen.

Innerhalb der drei westlichen Besatzungszonen waren wiederum die östlichen Gebiete stärker belastet als die westlichen.
Ende 1947 lag der Anteil der Flüchtlinge und Vertriebenen an der Gesamtbevölkerung in der sowjetischen Besatzungszone bei 24,3 Prozent. Die amerikanische Besatzungszone blieb demgegenüber mit 17,7 Prozent ebenso zurück wie die britische mit 14,5 Prozent. In der französischen Besatzungszone lag der Flüchtlingsanteil an der Gesamtbevölkerung sogar bei nur rund einem Prozent. Der Grund war die Weigerung der französischen Besatzungsbehörden, Flüchtlinge und Vertriebene aufzunehmen.


Vertriebene und das "Wirtschaftswunder"

Die Probleme der Integration dieser Massen von Zuwanderern schienen in dem durch massive Zerstörungen gekennzeichneten, verkleinerten und übervölkerten Nachkriegsdeutschland kaum lösbar. Immerhin waren am Ende des Krieges mehr als vier Millionen Wohnungen ganz oder teilweise zerstört. Das entsprach mehr als einem Fünftel des gesamten Vorkriegsbestandes. Hinzu kamen die Probleme der Nahrungsmittel- und Güterversorgung.

Erst die anhaltende Hochkonjunktur des "Wirtschaftswunders" seit Anfang der 1950er-Jahre ermöglichte die wirtschaftliche und soziale Integration der Flüchtlinge, Vertriebenen und der mindestens 2,7 Millionen Zuwanderer aus der DDR zwischen 1949 und dem Mauerbau 1961. Umgekehrt bildeten sie gemeinsam zugleich ein qualifiziertes Arbeitskräftepotential, das das "Wirtschaftswunder" in erheblichem Maße mittrug.

Dabei wurde das bei Einwanderungsprozessen häufig zu beobachtende Unterschichtungsphänomen deutlich: Flüchtlinge und Vertriebene übernahmen vorwiegend ? im Vergleich zu ihrer Qualifikation ? statusniedrigere berufliche Positionen und verfügten dementsprechend auch über geringere Einkünfte. Aufstiegsmöglichkeiten gab es für viele von ihnen vor allem in den 1960er-Jahren mit der Ausweitung des Arbeitsplatzangebots und der Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften. Diese nahmen dann ihrerseits die am wenigsten geschätzten Positionen am Arbeitsmarkt ein.


Image:Karte Migration nach 1945.jpg



Wanderungsbilanz der Deutschen von 1949 bis heute

Fast jeder fünfte Mensch in Deutschland hat einen Migrationshintergrund - insgesamt rund 15,7 Millionen. Der Begriff umfasst nach der Definition des Statistischen Bundesamts "alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem nach 1949 zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil". 8,5 Millionen (10,4 Prozent der Bevölkerung) haben einen deutschen Pass, 7,2 Millionen (8,8 Prozent) nicht - sie sind Ausländer.

Nach dem Zweiten Weltkrieg mangelte es in Deutschland an Arbeitskräften die für die Fortsetzung des Wirtschaftlichen Erfolges von Nöten waren. Die Lösung für das Problem waren die Leiharbeiter. 1950 reisten schon 500.000 ausländische Arbeitskräfte ein - damals 1% der Bevölkerung. Danach wurden Anwerbeabkommen mit mehreren Ländern beschlossen um Gastarbeiter nach Deutschland holen zu können

 a.. 1955 Deutschland und Italien
b.. 1960 Deutschland und Spanien
c.. 1960 Deutschland und Griechenland
d.. 1961 Deutschland und der Türkei
e.. 1963 Deutschland und Marokko
f.. 1964 Deutschland und Portugal
g.. 1965 Deutschland und Tunesien
h.. 1968 Deutschland und Jugoslawien

Dies sorgte 1955-1973 für einen Anstieg an Gastarbeitern. 1973, zur Zeit der Ölkrise, einigte sich der Deutsche Bundestag auf einen Anwerbestopp von Gastarbeitern. Nicht zu vergessen ist der Familiennachzug der Gastarbeiter der bis 1985 anhielt.

1989 kam es zum Fall des eiserenen Vorhangs. Dies bedingte zwei Arten der Zuwanderung, die Asylbewerber und die Aussiedler.

Von 1950 bis 2005 kamen als Aussiedler beziehungsweise Spätaussiedler insgesamt 4.481.882 Menschen in die Bundesrepublik Deutschland:

 a.. aus Polen: 1.444.847
b.. aus der Sowjetunion und Nachfolgestaaten: 2.334.334
c.. aus Rumänien: 430.101
d.. aus der Tschechoslowakei und Nachfolgestaaten: 105.095
e.. aus Ungarn: 21.411
f.. aus Jugoslawien und Nachfolgestaaten: 90.378
g.. aus sonstigen Gebieten: 55.716

Im Prinzip sind alle Bürgerrechte auf Aussiedler anzuwenden. Auf Grund des Wohnortzuweisungsgesetzes waren Aussiedler früher nach ihrer Einreise nach Deutschland in ihrer Freizügigkeit eingeschränkt, wenn sie nicht durch eigene Erwerbstätigkeit ihren Unterhalt bestreiten konnten. Dies gab vor allem den Gemeinden Sicherheit vor zu großen Aussiedlerzahlen die die Leistungsfähigkeiten der Gemeineden überfordern konnten.

Das Schengener Abkommen:

Das erste Schengener Abkommen war das „Übereinkommen vom 14. Juni 1985 zwischen den Regierungen der Staaten der Benelux-Wirtschaftsunion, der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik betreffend den schrittweisen Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen“, auch bekannt als „Schengen I“. In diesem Schengener Übereinkommen vereinbarten fünf europäische Staaten, perspektivisch auf Kontrollen des Personenverkehrs an ihren gemeinsamen Grenzen zu verzichten. Das Abkommen sollte die Schaffung eines europäischen Binnenmarktes vorantreiben und ist nach dem Ort Schengen im Großherzogtum Luxemburg benannt, wo es unterzeichnet wurde.

Zur praktischen Umsetzung der politischen Vereinbarungen wurde am 19. Juni 1990 ebenfalls in Schengen das „Übereinkommen zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985...“ oder „Schengen II“ unterzeichnet. Nach mehreren Verzögerungen, unter anderem auch verursacht durch den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurde dieses kurz Schengener Durchführungsübereinkommen (SDÜ) genannte Abkommen erst am 26. März 1995 tatsächlich in Kraft gesetzt.

Der „Vertrag über die Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, insbesondere zur Bekämpfung des Terrorismus, der grenzüberschreitenden Kriminalität und der illegalen Migration (Prümer Vertrag)“ vom 27. Mai 2005 wird gelegentlich auch als „Schengen III“ bezeichnet, da er die mit dem SDÜ begonnene verstärkte polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit einzelner Mitgliedsstaaten weiterführt.

Die Zuwanderung nach Deutschland nahm über die vergangenen 20 Jahre ab, während die Auswanderung auf einem ähnlichen Niveau blieb. 2008 kamen 682.146 Menschen nach Deutschland - gleichzeitig zogen 737.889 Menschen weg. Damit gab es erstmals mehr Menschen, die das Land verließen, als solche, die neu hinzuzogen.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schengener_Abkommen

http://de.wikipedia.org/wiki/Migrationshintergrund

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,723208,00.html

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-60502.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Eiserner_Vorhang_%28Politik%29


Die Auswanderung der Deutschen nach Russland im 18. und 19. Jh

Gründe für die Auswanderung
Für die Auswanderung der Deutschen nach Russland gab es verschiedene Gründe. Ein Grund war, dass aufgrund des Bevölkerungswachstums es zu einer Verelendung und Verarmung breiter Bevölkerungsschichten kam.
Die verpflichtende Teilnahme an den napoleonischen Feldzügen ließ die Zahl der Auswanderer ansteigen. Des Weiteren wanderten viele Mennoniten aus, da sie durch wirtschaftliche Beschränkungen sowie vielen Sanktionen eingeschränkt waren. Die Auswanderung war also für viele ein Ausweg. Umgekehrt waren u.a. 11 Russisch-Osmanische Kriege (1568 bis 1878) zwischen dem Zarentum Russland, beziehungsweise ab 1721 dem Russischen Kaiserreich und dem Osmanischen Reich Voraussetzung für die russische Siedlungspolitik. Im Verlauf der Kriege musste das Osmanische Reich nach und nach Gebiete rund um das Schwarze Meer an Russland abtreten.

'Zar Peter I. (1682-1725)war der erste der deutsche Wissenschaftler, Handwerker, Techniker, Offiziere und Beamte abgeworben hat. Sie sollten bei der angestrebten Modernisierung des russischen Staates behilflich sein. Katharina II. '( 1762 -1796) betrieb dieselbe Ansiedlungspolitik wie Peter I. und so war das Manifest vom 14. Oktober 1762 die erste ausdrückliche Erlaubnis Ausländern die Ansiedlung im Land zu gestatten. Mit dem Manifest vom 22. Juli 1763 stellte sie sogar den Siedlern weitgehende Privilegien in Aussicht.

Die wichtigsten Privilegien waren, dass die Einwanderer und ihre Nachkommen persönlich frei sein sollten, Reise- und Transportkosten übernahm die russische Regierung, Religionsfreiheit, finanzielle Unterstützung, völlige Befreiung vom Militärdienst und das Recht auf geschlossene Kolonien mit Selbstverwaltung.

Für die Verbreitung des Manifests in Deutschland waren so genannteLokatoren verantwortlich. Diese Lokatoren hatten den Auftrag von der russischen Regierung aktiv für die Einwanderung nach Russland zu werben.

Die deutschen Länder reagierten darauf mit Auswanderungsverboten, da der Verlust an Arbeitskräften beklagt wurde und die Landesherren „Sorge“ um die vermeintlich unsichere Zukunft der Auswanderer hatten. Eigentlich beklagten sie auch nur den Verlust von Steuereinnahmen.

Am 19. März 1764 erließ Katharina das Kolonistengesetz. In diesem Gesetz befinden sich spezielle Verpflichtungen, gegen die sich die Kolonisten nach ihrer Ansiedlung wehrten.

Das Gesetz regelte: Die Einteilung des Siedlungsgebietes, die Zahl der zu gründeten Kolonien, die Einteilung der Kolonien nach der Konfession, die Nutzung des zugeteilten Landes und die Erbfolge. Außerdem musste jeder Kolonist schwören, dass er sich als treuer Untertan der Zarin benimmt.

Durch diesen Gesetzeskodex etablierten sich die Kolonisten als eigenständiger Stand mit beträchtlichen Privilegien und Freiheiten. Von der einheimischen Bevölkerung wurden die Kolonisten als „freie Menschen“ bezeichnet.

Zusammen mit einer Reihe von Ergänzungen hatten diese Bestimmungen als Kolonialkodex über 100 Jahre Gültigkeit. Sie wurden 1871 aufgehoben.
Der Enkel Katharinas II., Zar Alexander I., setzte mit seinem Manifest vom 20. Februar 1804 die Kolonisationspolitik seiner Großmutter fort:
- Die Einreisewilligen mussten ein Barvermögen in Höhe von 400 Rubeln bzw. 300 Gulden nachweisen.
- Für den Kolonist wurde ein Kredit über 500 Rubel gewährt.
- Der Aufbau von Fabriken und Handwerksbetrieben war erlaubt. Ebenso der Handel mit Waren im gesamten Reich.
- Wer seine Schulden und die Steuern für drei Jahre im Voraus bezahlte, durfte auch wieder auswandern.

Bei der Abfassung des Manifestes wandte die russische Regierung preußische Kriterien für die Ansiedlung von Kolonisten an.

Die Deutschen in Russland
Bei seiner Ankunft musste jeder Kolonist einen Treueid auf die russische Krone ablegen:
Als die Siedler dann nach einer schweren Reise in Russland ankamen sahen sie sich zuerst mit einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten konfrontiert. Zum einen entsprach das Klima in keiner Weise den Versprechungen der Lokatoren, der Boden war salzhaltig und sandig und Wasser oftmals knapp.
Des Weiteren forderten Konflikte mit Einheimischen und Nomadenstämmen immer wieder Opfer. Eine weitere Schwierigkeit war es eine Selbstverwaltung aufzubauen. Doch schon bald nach ihrer Ansiedlung konnten sie Fortschritte machen.

Während des 19. Jh. kam es in den Kolonien insgesamt zu einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung, außerdem war ein anhaltendes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen. Die wirtschaftliche Entwicklung lässt sich darauf zurückführen, dass die Kolonien immer stärker in den überregionalen Handel eingebunden wurden und auch die Industrie und das Handwerk einen immer größeren Stellenwert in den Kolonien einnahmen. Die Ursachen für die großen Erfolge, waren neben den Privilegien und Freiheiten auch ihre Kenntnisse und Fertigkeiten.

Die christliche Kirche, zu denen ca. 90% der Russlanddeutschen gehörten, spielte eine wesentliche Rolle im gesellschaftlichen Leben der Kolonien. Sie war Verbindungsglied zum Auswanderungsland der Kolonisten (hier: Deutschland).

Im alltäglichen Leben der deutschen Kolonisten, wurde die alten Traditionen gepflegt und die deutsche Muttersprache immer noch häufig gesprochen. Die deutsche Sprache war in den Schulen, Kirchen, Familien und in der Gemeinde das Verständigungsmittel in den deutschen Kolonien.

Die Sowjetmacht und die Auswirkungen auf die Russlanddeutschen
Für die Auswanderer entstanden neue Hoffnungen nach dem Sturz des Zaren in der bürgerlichen Februarrevolution von 1917. Nach der Machtergreifung der Bolschewiki wurden jedoch diese Hoffnungen nicht erfüllt, da die Bolschewiki eine neue sozialistische Gesellschaft aufbaute. In den ersten Jahren kam es aber zu einem schlimmen Kampf um die Macht, der auch für die Russlanddeutschen weit reichende und negative Folgen hatte.

Die Russlanddeutschen forderten immer mehr politische Selbstständigkeit. Das Ziel war vor allem die Wiedereinführung der deutschen Sprache als Amts- und Unterrichtssprache. Wichtige Ereignisse für die Autonomie der Russlanddeutschen war im April 1918 als das Kommissariat für deutsche Angelegenheiten gebildet wurde, sowie im Juni 1918 als sich zum ersten Mal der Sowjetkongress der Wolgadeutsche traf und berat.
Die Autonome sozialistische Sowjetrepublik (ASSR) der Wolgadeutschen wurde am 27. März 1924 ausgerufen. Kurz darauf wurde eine Regierung gebildet, sowie eine Verfassung ausarbeitet.
Nach dem Tod Lenins übernahm Stalin die Parteiführung und es kam zu weit reichenden Entwicklungen. Die ASSR wurde in Frage gestellt und letztendlich aufgelöst.
Im zweiten Weltkrieg gerieten die Russlanddeutschen zwischen die Fronten zweier totalitärer Systeme. Durch den Krieg Deutschlands gegen die Sowjetunion, war für Stalin der Anlass aufs heftigste gegen die Russlanddeutschen vorzugehen. Er ließ die Russlanddeutschen deportieren und zur Zwangsarbeit einsetzen. Beides forderte viele Opfer. Selbst nach Ende des Krieges beruhigte sich die Lage der Russlanddeutschen nicht.

Rückkehr der Russlanddeutschen
Da es den Russlanddeutschen nicht gelang, trotz vieler Initiativen ab 1955, die russische Führung zu einer Wiederherstellung der Autonomen Republik für die Deutschen zu bewegen, war die Übersiedlung nach Deutschland die einzige Alternative.
Doch erst unter Gorbatschow 1987 kam es zu einer Lockerung der Ausreisebestimmungen. ´
Nach dem die Bundesregierung intensiven Kontakt zur damaligen Sowjetunion aufnahm, wurde die Grundlage der 1991 beginnende Rückwanderungswelle geschaffen.
Als Motive für die Rückkehr gab es zum einen nationale Gründe, d.h. sie wollten nicht mehr als Minderheit leben und sie hatten das Vertrauen in Russland verloren. Politische Gründe, da sie Angst hatten, dass sich die politische Lage zur Ausreise wieder verschlechtern könnte. Persönliche und familiäre Gründe, da die Russlanddeutschen Hoffnungen und Wünsche nach Familienzusammenführung sowie nach der Umsetzung beruflicher und privater Plänen. Und des Weiteren noch wirtschaftliche Gründe, da sich die wirtschaftliche Lage nach der Wiedereinführung der Marktwirtschaft drastisch verschlechtert hatte.


Die Geschichte der Sinti und Roma

Begriffserklärung Sinti und Roma:
Sammelbegriff für die verschiedenen Untergruppen der aus Indien stammenden Roma


Lebensweise:

  • Gehören zum fahrenden Volk ohne festen Wohnsitz
  • Befolgen ihre eigenen Gesetze und Bräuche und sind relativ unabhängig vom Land, in dem sie leben
  • Sind häufig als Handwerker tätig und regeln ihre Angelegenheiten in einem internen Gericht
  • Ehebündnisse dienen der Zusammenschließung zweier Familien
  • Kontakt zur Außenwelt gilt als unrein, wahrscheinlich Aufgrund ihrer hinduistischen Vorfahren


Geschichte:

Die Sinti und Roma selbst besitzen keine schriftlichen Aufzeichnungen über ihren Ursprung, ihre Traditionen und ihre Mythen. Bisher wurde ihre Geschichte nur von Außenstehenden geschrieben. Erst seit kurzem setzen sich die Sinti und Roma selbst mit der Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte auseinander.
Indien gilt als Ursprungsland der Sinti und Roma. Den Nachweis des indischen Ursprungs der Zigeuner hat die Sprachwissenschaft geliefert. Über die soziale Situation der Sinti und Roma in dieser Frühzeit wissen wir fast nichts. Wahrscheinlich gehörten sie einer niederen Kaste an oder waren Kastenlose.
Zwischen dem 5. und 11. Jhdt. gab es mehrere Auswanderungswellen. Not, Kriege (Einfälle muslimischer Truppen in Indien) und Vertreibung zwangen die Roma, ihre Heimat zu verlassen und die Wanderschaft aufzunehmen. In größeren oder kleineren Gruppen wanderten sie zunächst in die an Indien angrenzenden Regionen, z. B. nach Persien, aus, bis sie schließlich im byzantinischen Reich ankamen.

Wanderungen der Sinti und Roma zwischen dem 5. und dem 15. Jahrhundert:
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In Spanien genossen sie ein freies Leben unter der Herrschaft der Mauren, bis diese vertrieben wurden. 1539 kam es zu ersten Unterdrückungsmaßnahmen in Frankreich und die Roma wurden aus Paris vertrieben. 1563 zwang man Sinti und Roma, unter Androhung der Todesstrafe, England zu verlassen. In Russland dagegen bestand zwischen Roma und den veramten Bauern kein größerer Unterschied.
Während der 500 Jahre andauernden türkischen Herrschaft im Balkan, genossen Roma, die zum Islam übertraten, besondere Privilegien. Ab 1911 wurden von allen „Zigeunern“ automatisch Fingerabdrücke genommen. Im 1. Weltkrieg kämpften und starben viele Sinti für Deutschland. Viele überlebende Sinti erhielten hohe Auszeichnungen, waren nach dem Krieg jedoch oft erneut ohne Arbeit und Unterhalt. Die Erfassung durch die staatlichen Stellen der Polizei setzte sich fort und bildete im Nazideutschland die Grundlage für die systematische Vernichtung der Sinti und Roma.
Unter dem Naziregime kam es zu etwa 500.000 Ermordungen in Konzentrationslagern. Weltweit leben heute etwa 12 Millionen Sinti und Roma. Sie gliedern sich in verschiedene Nationen. In Frankreich bezeichnet man sie als Manouche, in Spanien als Gitanos und in Deutschland sind es die Sinti.


Flüchtlingsströme global

UNHCR: United Nations High Commissioner for Refugees – (UNHCR) schützt und unterstützt Flüchtlinge auf der ganzen Welt. UNHCR wurde 1951 von der UN-Generalversammlung gegründet, um Millionen von Flüchtlingen in der Folge des Zweiten Weltkrieges zu helfen.

Flüchtlingslage global:

Der niedrigste Stand der Zahl der Flüchtlinge weltweit wurde seit 26 Jahren wieder erreicht. Dennoch müssen 21 Millionen Menschen weltweit von der UNHCR betreut werden. Trotz Rückgang der Zahl grenzüberschreitender Flüchtlinge von 9,5 Millionen (2004) auf 8,4 Millionen im vergangenen Jahr (2010), ist die Gesamtzahl der von UNHCR geschützten und unterstützten Personen auf 20,8 Millionen gestiegen. Der Anstieg liegt hauptsächlich an der größeren Zahl von Menschen, die im eigenen Land in einer "flüchtlingsähnlichen" Situation leben: 6,6 Millionen sogenannte Binnenvertriebene gegenüber 5,4 Millionen Ende 2004.

Die weltweiten Flüchtlingszahlen sind auf den niedrigsten Stand seit 1980 zurückgegangen. Zudem weist das vergangene Jahr die wenigsten neuen Massenfluchtbewegungen in Nachbarländer seit 29 Jahren auf. Und seit 2002 konnten sechs Millionen Flüchtlinge heimkehren. Für Millionen Flüchtlinge werden durch Integration in Asylländern und durch Neuansiedlung in Drittstaaten dauerhafte Lösungen durch die UNHCR gefunden.

Doch die internationale Staatengemeinschaft ist noch weit davon entfernt, Millionen von Binnenvertriebenen aus Notlagen wie in Darfur, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo zu befreien. Während in Liberia, Russland, auf dem Balkan und anderorts Hunderttausende Binnenvertriebene bei der Heimkehr unterstützt wurden, leben noch immer Millionen Flüchtlinge in den Grenzen ihres eigenen Landes.

Die 6,6 Millionen Binnenvertriebenen, die die UNHCR bereits betreut, entsprechen 32 Prozent der von der Organisation weltweit geschützten und unterstützten 20,8 Millionen Menschen. Sie werden nur noch von der Zahl der Flüchtlinge (40 Prozent) übertroffen. Die übrigen 28 Prozent in der aktuellen UNHCR-Statistik schließen u.a. Rückkehrer (1,6 Mio.), Asylsuchende (773.000) und Staatenlose (2,4 Mio.) ein.

Herkunftsländer:

Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge und Vertriebenen kommt aus Entwicklungsländern, darunter Afghanen (2,9 Mio.), Kolumbianer (550.000), Iraker (2,3 Mio.), Sudanesen (1,6 Mio.) und Somalier (839.000). UNHCR-Hilfsprogramme haben auch zu einem Rückgang der Zahl der Flüchtlinge aus Burundi (minus 10 Prozent auf 438.700) und Liberia (minus 31 Prozent auf 231.100) geführt. 2005 kehrten insgesamt 1,1 Millionen Flüchtlinge zurück, davon rund 752.000 nach Afghanistan, 70.000 nach Liberia, 68.000 nach Burundi, 56.000 in den Irak und 54.000 nach Angola. UNHCR zählte 2005 weltweit insgesamt 668.000 Asylbewerber in 149 Staaten, zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die meisten Asylsuchenden wurden in Europa registriert(374.000). Es folgen Afrika (125.000), die Asien-/Pazifik-Region (75.000) und Amerika (72.000).

Gründe für Flucht: Neben Hunger oder Wasserknappheit (Afrika), Armut (Entwicklungs-und Schwellenländer), Krieg (Sudan), Menschenrechtsverletzungen (Nordkorea) und Naturkatastrophen (Haiti) ist die Zerstörung der Umwelt (Brasilien) oder Klimaveränderungen und Naturkatastrophen zur Ursache von Flucht und Abwanderung geworden.


Beispiele für Länder, aus denen besonders viele Flüchtlinge gekommen:

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Eritrea:

Gründe:

• Menschenrechtsverletzungen wie Folter, Inhaftierung und Exekutierungen durch die Regierung.

• Keine Bewegungs-, Meinungs-, und Glaubensfreiheit

Flucht nach:

• Libyen, Sudan, Ägypten, Italien

Türkei:

Gründe:

• Flüchtlinge sind hauptsächlich Kurden, die von der türkischen Bevölkerung und Regierung unterdrückt werden.

• Lage seit 1990 stark verschlechtert

Flucht nach:

• Flucht über Griechenland nach Europa (Planung eines Grenzzaunes nach Vorbild der US-mexikanischen Grenze)

Vietnam:

Gründe:

• Das kommunistische Regime (Folter)

• Es gibt keine Meinungs- und Pressefreiheit etc. (ähnlich wie in Eritrea)

Demokratische Republik Kongo:

Gründe:

• Bürgerkrieg

• Über 100.000 Menschen fliehen im Grenzgebiet zwischen Südensudan und der Demokratischen Republik Kongo vor massiven Plünderfeldzügen der ugandischen LRA-Rebellen

Flucht nach:

• Sudan

Burundi:

Gründe:

• Bürgerkrieg

• Stammeskonflikte zwischen Hutus und Tutsis. Die Hutu sind in der Mehrheit und die Tutsi sind die Minderheit. Trotzdem haben die Tutsi von Anfang an den Regierenden vorgestellt und sie haben diese Vorstellung traditionell und religiös gerechtfertigt. Diese traditionellen und religiösen    Vorstellungen passen der modernen politischen Situation nicht, wobei die Stimme der Mehrheit zählt.

• Ruanda und Burundi haben Mitte Juni entschieden, Flüchtlinge aus dem jeweils anderen Land abzuschieben. Etwa 15.000 Personen sind davon betroffen.

Somalia:

Gründe:

• Bürgerkrieg (1/4 der Einwohner sind deswegen schon geflohen)

• Keine Regierung und Zusammenbruch des Staates

• Besonders große Armut (62% Arbeitslosigkeit)

Flucht nach:

Fast nur Jemen, da sich die angrenzenden Länder abgeschottet haben

Sudan:

Gründe:

• Bürgerkrieg zwischen Norden (muslimisch) und Süden (christlich)

• Menschenrechtsverletzungen

Flucht nach:

• Sudan (Binnenflucht), Tschad, Dem. Republik Kongo und Uganda

Kolumbien:

Gründe:

• Auseinandersetzungen zwischen der Guerillagruppe FARC und der Armee

• Drogenanbau, der zur Vertreibung der Bevölkerung führt

Fluch nach:

• Ecuador, Panama, Venezuela, Costa Rica

Irak:

Gründe:

• Terrornetzwerk al-Qaida • Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten

• Zerstörung des Landes durch den Krieg mit den USA

• Verfolgung von Christen

Flucht nach:

• Jordanien, Syrien

Afghanistan:

Gründe:

• War in mehrere Kriege verwickelt

• Taliban unterdrückt Bevölkerung

• Hungersnot durch Dürren

Flucht nach:

• Europa, Tadschikistan



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Aufnahmeländer von Flüchtlingen im Vergleich zu Deutschland:

80 % aller Flüchtlinge weltweit leben in Entwicklungsländern. Im Fall der Binnenvertriebenen stellt der afrikanische Kontinent mit 40 % den größten Anteil dar. Gemessen am Pro-Kopf-Einkommen nehmen Länder wie Pakistan, der Kongo und Tansania besonders viele Flüchtlinge auf. Dies ist ein gewaltiger Kraftakt für die betroffenen Länder. Die Arbeit des UNHCR sowie anderer Hilfsorganisationen ist in einigen dieser Regionen zusätzlich eingeschränkt, da angesichts der andauernden Konflikte die Lieferung von Hilfsgütern an die notleidende Zivilbevölkerung zunehmend erschwert wird. Deutschland nimmt dabei im Vergleich der Wirtschaftskraft fast gar keine Flüchtlinge auf. Für die UNHCR wäre es viel einfacher Flüchtlinge in Deutschland zu betreuen.


Zusammenfassung:  Ursachen der Migrationsbewegungen

Migration oder Völkerwanderungen sind schon seit dem Beginn der Menschheit bekannt. Die Gründe oder Ursachen für solche Völkerwanderungen sind sehr jedoch sehr verschieden. Sie hängen u.a. von der politischen Lage, Klimaveränderungen oder der Religion ab.

Völkerwanderungen ab 3. Jh. in Europa:

Ab dem 3. Jh. traten in Europa zahlreiche Stämme, nämlich die Hunnen, Jüten, Angeln, Langobarden, Sachsen, Goten, Wandalen, Franken, Alemannen und Burgunder Völkerwanderungen an. Sie kamen aus dem Osten und Norden Europas und wanderten in den Süden und Westen des Kontinentes. Diese Völkerwanderungen hielten bis ins 5. Jh. an, bevor sie zerschlagen wurden oder sich mit anderen Stämmen verbündeten.

Bereits bei den Hunnen (375/76 bis 452 n. Chr.) waren die sogenannten Pull-und Push-Faktoren für die Völkerwanderung sehr differenziert. Das Zusammenwirken folgender Gründe hat dazu geführt, dass die Hunnen aus Ostasien und Nordosteuropa ins heute Europa flohen. Einerseits konnte die wachsende Bevölkerung und die sich daran anschließenden Probleme der Versorgung die Hunnen gezwungen haben, ihr Land zu verlassen. Andererseits wirkte die römischen Kultur und Lebensweise stark anziehend auf die Hunnen. Sie wanderten deswegen auch nach Italien, um sich den Wunsch dieser Lebensweise zu erfüllen.

Die Angeln traten im 3.-4. Jahrhundert schon weite Wanderungen an. Die Gründe hierfür waren zum einen kriegerische Auseinandersetzungen auf der kimbrischen Halbinsel (Schleswig-Holstein; Dänemark). Klimatische Veränderungen könnten auch ein Grund für die Wanderung von Schleswig-Holstein nach Großbritannien und Mitteldeutschland sein. Viele Angeln wurden auch von der keltorömischen Bevölkerung als Schutztruppen angeworben, um die durch den Abzug des Römischen Heeres aus Britannien entstandenen Sicherheitslücke zu schließen. Auch die Goten (488 n. Chr.) verließen ihre Heimat Ostgermanien um der Überbevölkerung und den daraus resultierenden Hungersnöten zu entkommen. Die Wandalen (409 Iberische Halbinsel, 429 Nordafrika, 455 Italien, Ende der Ära 534/35) flüchteten von Ostgermanien nach auf die Iberische Halbinsel, Nordafrika und Italien nicht vor Hunger und Kälte, sondern ihr Grund war das Wachsen neuer Möglichkeiten, die sich in der mediterranen Städtelandschaft ergaben und um sich selber zu verwirklichen. Bei den Franken (ab 388 n. Chr.) oder Burgundern (bis 400 n. Chr.) sind immer wieder die gleichen oder ähnlichen Ursachen für die Völkerwanderung zu finden.

Im Gesamtüberblick kann man sagen, dass die Ursachen für die vielen Völkerwanderungen vom 3.-5. Jahrhundert in Europa die rasante Bevölkerungsvermehrung und der somit entstandene Bevölkerungsüberschuss waren. Auch die damit verbundene Bodenknappheit und klimatische Veränderungen führten oft zu Abwanderungen aus ihrer Heimat. Viele Völker zog es auch nach Italien, was mit der zunehmenden Schwäche des Römischen Reiches und dessen Sogwirkung auf die anderen Völker zu tun hat.

Juden:

Die Juden sind ein Volk, dass schon ab 417 n. Chr. unter dem römischen Kaiser Theodosius II. wegen ihrer Religion und ihrem Weltbild unterdrückt wurden. Dies führte dann dazu, dass die Juden in andere Länder flüchten mussten, in denen sie nicht mehr verfolgt wurden. Ab 417 und 423 n. Chr. lagen die Gründe für eine Flucht aus dem Römischen Reich darin, dass den Juden viele Verbote auferlegt wurden, wie z.B. die Mischehen-und Missionsverbote. Auch die Christen trugen zu Fluchtbewegungen bei, indem ein Feindbild geschaffen wurde, indem die Juden als Gottesmörder etc. verurteilt wurden. Im Mittelalter blieb das Feindbild der Juden erhalten, sie wurden unter anderem für die Verschleppung der Pest verantwortlich gemacht und somit weiter mit Folter oder Verbrennung unterdrückt. Spanien war zu dieser Zeit (8.- 13.JH) das Zentrum des Judentums, doch auch dort kam es immer wieder zur Verfolgung der Juden, auch weil der damalige westgotische König zum Christentum konvertierte. Deswegen flohen viele Juden aus Spanien besonders ins Osmanische Reich und nach Nordwestafrika, aber auch nach Amerika oder Indien verschlug es viele von ihnen. Während der Aufklärung und als die Idee der Menschenrechte entstand ging es den Juden wieder wesentlich besser, die sie Unterstützter fanden und sich dem Christentum anpassten. Ab jetzt flohen Juden in 5  großen Phasen (Alija) im Zeitraum von 1882 bis 1938 in ihr Heimatland Israel. Die Alijas waren Phasen, in denen viele Juden aus Osteuropa, dem Jemen, Deutschlands und Polen wieder zurück in ihr Heimatland Israel immigrierten. Die Gründe für die Migration während den Alijas nach Israel sind sehr vielfältig, können aber immer wieder in Bezug zur Verfolgung gesetzt werden. Viele Juden flohen auf der einen Seite, weil sie Sehnsucht nach ihrer Heimat oder ihr Pioniergeist entfacht wurde. Aber die Hauptgründe für die Abwanderung waren z.B. Pogrome in Russland (1903 und 1906) oder in anderen Ländern in den Juden lebten wie Osteuropa oder dem Jemen. Doch als Hitler 1933 an die Macht kam, setzten sich wieder neue Fluchtbewegungen in Gang. Die Ursache hierbei waren der weitverbreitete Antisemitismus. Es entstanden religiöse Vorurteile, aber auch soziale Ausgrenzung bis hin zur Verfolgung und Vergasung von Millionen von Juden führten zur Massenfluchtartigen Bewegungen Richtung Amerika und dem nahen Osten.

Migrationsbewegungen nach dem 1. Weltkrieg:

Durch Kriege ist oft ein Großteil der Bevölkerung gezwungen ihr Heimatland zu verlassen. Dies war natürlich auch im 1. Weltkrieg (1914-1918) der Fall. Tausende von Deutschen flohen deswegen während und nach dem 1. Weltkrieg (ab 1918) ins Ausland wie nach Argentinien, in die USA und nach Australien. Ab 1924 erhoben aber Länder wie die USA Einwanderungsbechränkungen, aufgrund dessen die Einwanderungswelle Mitte der 1920er Jahre stockte. Auswanderungsgruppen waren meist Lehrer, Polizisten, Verwaltungsbeamte sowie Unternehmen und Gewerbebesitzer. Tausende von Deutschen flohen deswegen während und nach dem 1. Weltkrieg ins Ausland wie nach Argentinien, der USA und Australien.

Ursachen der Auswanderung liegen dabei zum einen darin, dass Deutschland den Krieg (1914-1918) verloren hat und deswegen auch Gebiete an die Siegermächte abgeben musste. Die Deutschen waren somit gezwungen, die besetzten Gebiete zu verlassen. Außerdem verloren viele Deutsche ihr gesamtes Hab und Gut und ihr Vermögen, da es zu einer Inflation (1914-1923) kam. Dabei kam für viele nur die Auswanderung in Frage, um ein neues Leben in einem anderen Land zu beginnen.

Auswanderung in die USA:

Ab dem 17. Jh. versuchten erstmals Auswanderer in Amerika ihr Glück. Dabei besiedelten 1607 erstmals Engländer die Ostküste. Im 18 Jh. wurde die USA durch die Boston Tea Party (1773), den Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) und die Unabhängigkeitserklärung (1776) zu einem selbstständigen Staat. 1924 wurde die Begrenzung der Einwanderer beschlossen. Illegale Einwanderung ist heutzutage ein großes Problem für die USA.

Die Gründe für die Auswanderung nach Amerika waren so vielfältig wie ihre Einwanderer. Für viele Einwanderer war der wichtigste Grund in die USA auszuwandern, Arbeit zu finden. Es wurden Matrosen, Soldaten oder auch einfache Arbeiter gebraucht. Auf der anderen Seite, wurden viele Menschen aus Europa heraus getrieben, da dort Kriege, Not und Hunger herrschten, aber auch die Pest trieb viele Leute aus Europa nach Amerika. Im 18. Jh. änderten sich die Gründe für eine Auswanderung etwas. Einwanderer wollten in Amerika ein Stück Freiheit erlangen, auch durch die vorhandene Demokratie in den USA, indem sie sich ein eigens Grundstück kauften und dieses bewirtschafteten. Religiöse Verfolgung trieb auch viele Menschen aus Europa über den Atlantik, denn in Amerika herrschte Religionsfreiheit. Auch die boomende Wirtschaft und die Unabhängigkeit mit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika gab vielen Einwanderern die Hoffnung auf ein neues, glückliches und unabhängiges Leben. Im 19. Jh. erreichte die Auswanderung nach Amerika ihren Höhepunkt. Amerika wurde zum "gelobten Land". Als es dann noch Missernten und Hungersnöte (Hungersnot in Irland 1845 bis 1849) in Europa gab, gab es für viele Menschen in Deutschland etc. kein Halten mehr. Auch die Wirtschaftskrise (1929) trug zu diesem Höhepunkt bei, da viele Menschen verarmten. Der Goldrausch (ab 1848) in Kalifornien zog auch viele Europäer nach Amerika in der Hoffnung reich zu werden. Auch die Industrialisierung (Beginn 1770 in England) veranlasste viele Menschen in der Folge von Elend, Ausbeutung und des Verlust des Arbeitsplatzes nach Amerika zu ziehen. Heute zieht es vor allem Südamerikaner nach Nordamerika in der Suche nach Arbeit, Wohlstand und einem besseren Leben.

Migrationsbewegungen ab dem 2. Weltkrieg:

Zwischen 1945 (Ende des 2. Weltkrieges) und 1949 verließen 12 Millionen deutsche Flüchtlinge und Vertriebene ihre Heimat (ein Großteil der Flüchtlinge kam aus Preußen, da es Deutschland ja weggenommen wurde!), um an einem anderen Ort ein neues Leben zu beginnen. Oftmals flohen die Menschen in die Besatzungszonen der Amerikaner, Franzosen und Engländer, da sie dort auf eine bessere Behandlung hofften, als bei den Russen, die durch die deutsche Besetzung sehr gelitten haben. Sogenannte Displaced Persons (DPs), die Überlebenden der Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager, verließen Deutschland in die Richtung ihrer Heimatländer.

Der 2. Weltkrieg verursachte eine gigantische Abwanderung von Menschen, die dem Krieg entkommen wollten. KZ-Insassen, Zwangsarbeiter, Juden, ganz normale Bürger und verfolgte Minderheiten wie die Sinti und Roma wollten dem Krieg entfliehen, indem sie ins Ausland gingen. Hitlers Wahn Deutschland zu bereinigen führte unweigerlich dazu, dass es viele Kriegsverfolgte nicht mehr in Deutschland aushielten. Durch Verfolgung, Folter, Zensur, Konzentrationslager, Hungersnöte, allgemein den Leiden des Krieges... versuchten tausende von Menschen aus Deutschland zu fliehen. Der Wunsch nach Frieden trug einen beachtlichen Anteil an der Massenauswanderung bei. Erst das Wirtschaftswunder ließ die Auswanderungsströme sinken.

Auswanderung der Deutschen nach Russland im 18. und 19. Jh.:

Im Manifest vom 14. Oktober 1762 wurde ausdrücklich festgehalten, dass Ausländer nach Russland einwandern dürfen. 1763 erkannte Russland den Nutzen der Ausländer, die dadurch viele Privilegien erhielten.

Für die Auswanderung von Deutschen nach Russland ist ein neuer Aspekt von großer Bedeutung. Russland machte erstmals offiziell Werbung für die Einwanderung in ihr Land. Einwanderer und ihre Nachkommen bekamen viele Privilegien wie finanzielle Unterstützung, Befreiung vom Militärdienst, Übernahme von Reise und- Transportkosten, Religionsfreiheit und das Recht auf geschlossene Kolonien mit Selbstverwaltung. Sogenannte Lokatoren hatten die Aufgabe aktiv für Russland zu werben. Diese Maßnahmen zogen jede Menge Deutsche nach Russland. Oftmals entsprachen die Bedingungen aber in keinster Weise den Versprechungen der Lokatoren und deswegen wurde viele Einwanderer enttäuscht. Weitere Gründe für Deutsch nach Russland auszuwandern waren Verelendung und Verarmung aufgrund eines starken Bevölkerungswachstums. Auch die Verpflichtung in den Krieg zu ziehen, gab vielen Deutschen den Anstoß auszuwandern.


Flüchtlingsströme global :

Heutzutage spielt das Thema Migration und Völkerwanderung besonders in Entwicklungsländern eine große Rolle. Auf der Welt sind ca. 21 Millionen Menschen auf der Flucht, davon 40 % auf dem afrikansichen Kontinent. Unter den 21 Millionen Flüchtlingen, sind 40 % normale Flüchtlinge, 32 % davon sind Binnenvertriebene und die übrigen 28 Prozent schließen Rückkehrer, Asylsuchende  und Staatenlose Flüchtlinge ein.

Gründe für Flüchtlingsbewegungen sind zum eine ähnlich zu den von vor 200 Jahren. Dazu gehören die Flucht vor Armut, Hunger oder Kriegen. Damit verbunden ist die Suche nach Arbeit und einem besseren Leben. Das Missachten von Menschenrechten und deren Folgen wie Folter, Unterdrückung und Zensur durch eine Diktatur treiben viele Menschen aus ihrer Heimat. Auf der anderen Seite entstehen neue global Probleme, die die Situation für viele Menschen in ihren Heimatländern stark erschweren und zu einer massenhaften Abwanderung führen. Wasserknappheit steht dabei ganz oben auf der Liste. Durch die Klimaerwärmung und den massiven Verbrauch von Wasser in Industriestaaten wird Wasser für einen Großteil der Bevölkerung besonders in Afrika unbezahlbar und unerreichbar. Das ist die Ursache für viele Migranten in ein anderes Land auszuwandern, in dem die Probleme geringer als in ihrer Heimat sind. Naturkatastrophen führen heutzutage auch oft dazu, dass viele Menschen das von Erdbeben, Hurrikanen, Überflutungen oder Vulkanausbrüchen heimgesuchte Gebiet verlassen müssen. Auch die Zerstörung der Natur, wie die Rodung vom Regenwald in Brasilien, führte in den letzten Jahren oft zu einer Flucht aus den zerstörten Gebieten. Allgemein die Klimaveränderung und die daraus resultierenden Naturkatastrophen zwingen viele Menschen zur Flucht in sicherer Gebiete.

Allgemeine Pull- und Pushfaktoren über die Jahrtausende:

Pullfaktoren:
• Kultur und Lebensweise des Landes ->
Hunnen wanderten nach Italien, da die römische Kultur sehr anziehend war (3-4 Jh.)
• Selbstverwirklichung ->
Wandalen konnten sich in ihrer Heimat nicht selbst verwirklichen und zogen deswegen in andere Länder, um z.B ihr Volk zu vergrößern (3-4 Jh.)
• Anderes Klima (Mediterran) ->
Faktor bei Völkerwanderung im 3.u.4. Jh.
• Sehnsucht nach Heimat ->
Juden besiedelten wieder Israel, da sie sich in anderen Ländern nie heimisch gefühlt hatten (Verfolgung etc.) und ihre Heimat deswegen vermissten (1882-1938)
• Arbeit ->
Viele Menschen wanderten von Europa nach Amerika aus, um dort Arbeit zu finden, die sie wegen Kriegen oder hoher Arbeitslosigkeit in Europa nicht fanden (19. Jh.)
• Demokratie ->
Die Demokratie in Amerika zog viele Einwanderer ins gelobte Land (18. Jh.)
• Frieden ->
Wanderungsbewegungen während des 1. und 2. Weltkrieges aus dem Kriegsgebiet (1914-1918 und 1939-1945)
• Werbung für das Einwanderungsland ->
Russland warb für sich, um Einwanderer ins Land zu holen (18. und 19. Jh.)
• Freiheiten, wie Religions- Meinungs- Redefreiheit... ->
Flucht aus Eritrea um der Zensur zu entkommen (heute)
• Besseres Leben ->
Ein besseres Leben in Amerika war der Grund für eine Auswanderung aus Europa (17. Jh. bis heute)


Pushfaktoren:
• Wachsende Bevölkerung ->
Völkerwanderung im 3-5 Jh.
• Bodenknappheit ->
Völkerwanderung im 3-5 Jh.
• Versorgungsprobleme ->
Völkerwanderung im 3-5 Jh.
• Kriege ->
1. und 2. Weltkrieg
• Unterdrückung ->
Taliban unterdrückt die Bevölkerung in Afghanistan (heute)
• Folter ->
Kommunistische Regime in Vietnam foltert seine Bevölkerung (heute)
• Zensur ->
Zensur in Eritrea vertreibt viele Menschen aus dem Land (heute)
• Ausgrenzung ->
Juden wurde unter den Nazis aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt (1933-1945)
• Verfolgung ->
Im Irak werden Christen von Islamanhängern verfolgt (heute)
• Pioniergeist ->
Pioniergeist spielte bei den Juden eine große Rolle für eine Auswanderung (1882-1938)
• Gebietsabtretungen ->
Im 1. Weltkrieg musste Deutschland nach der Niederlage viele Gebiete abtreten, welches zu einer Abwanderung aus den besetzten Gebieten führte (1918)
• Verlust des Vermögens ->
Eine Inflation nach dem 1. Weltkrieg führte dazu, dass viele Menschen durch den Verlust ihres Vermögens auswandern mussten, um z.B in Amerika ein neues Leben zu beginnen (1914-1918)
• Wirtschaftskrise ->
Wegen der Wirtschaftskrise in Europa zog es viele Menschen auf andere Kontinente (19. Jh.)
• Naturkatastrophen ->
Durch das schwere Erdbeben in Haiti versuchen tausende Menschen aus der erbärmlichen Situation zu entfliehen (2010)
• Klimaveränderungen ->
Durch die Klimaerwärmung und die daraus resultierende Eisschmelze und dem Anstieg des Meeresspiegel müssen viele Menschen den versinkenden Inselstaat Vanuatu im Pazifik verlassen (heute-Zukunft)

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